Rochow, Friedrich Eberhard von
Für Oberdeutschland, insbesondere Schwaben, bearbeitet von Riecke und Völter. Erster und zweiter Theil in einem Band gebunden. Mit Titelvignetten und einigen Textabb., sowie einer Tafel (Schreibschrift). 2. verb. Aufl.
Stuttgart, Macklot 1817. Titel, 4 Bl., 128, 28 (Anhang); VIII, 311 S. Kl.-8. Pbd. d. Zt. (Deckel und Kanten berieben, Ecken bestoßen). - Vorsatz alt gestempelt (Taubstummen- und Blindenanstalt Schwäbisch Gmünd, u. a.) und mit hs. Besitzvermerk (die genannte Anstalt), erster Teil Titel schwach gestempelt.
* Die sehr seltene Ausgabe für Württemberg. Viktor Heinrich Riecke war Inspektor des städtischen Schulwesen in Stuttgart (gest. in Tübingen-Lustnau 1830) und leitete diese Unternehmung (sinngemäß als Redakteur), der Lehrer Philipp Jakob Völter (aus Metzingen gebürtig) unterzeichnet sein Vorwort zu "Heidenheim, im Merz 1805" und berichtet darin vom Entstehen dieser Ausgabe, dessen Ursprung Inspektor Schlez zu Schliz verdient, der vier neue Auflagen für einen Theil Ober-Teutschlands und besonders für Franken bearbeitete, welches dann die Veranlassung dazu gab, auch "Nemliche[s] für Schwaben zu thun...[um den] verderblichen Schulschlendrian immer mehr" abnehmen zu lassen...sowohl die Kenntnisse, als auch die Art, sie den Kindern beizubringen...immer anpassender eingerichtet werden!". In Form eines Lese- und Realienbuches werden alle Fächer in Geschichten abgehandelt, vom Auswandern über Maaß und Gewicht bis zum "Nutzen des richtigen Denkens beim Ackerbau", aber auch nüthzliche Kapitel wie "Spiel-, Ruh- und Freudenplätze ums Dorf für Jung und Alt", oder Anhang "Beschreibung der gefährlichsten Giftpflanzen (S. 216-282, mit Abb.), Kinderlieder und Gebete usw. - Schulreformer Friedrich Eberhard von Rochow (Berlin 1734 - Schloss Reckahn, bei Kloster Lehnin in der Mark Brandenburg 1815) wollte mit dem Buch "der Armen wegen so wohlfeil...in jedes Schulkindes Händen seyn" um "die größere Lücke zwischen Fibel (ABC Buch) und Bibel, im Unterrichte auszufüllen" (Vorwort Rochows).
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